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Samstag, 19. Dezember 2009

Das System in dem du lebst

Biggy hatte erkannt, dass Menschen, die ihr Leben nur durch die 5 Sinne erleben, nie aus dem Kreislauf der Unbewusstheit heraus kommen. Man lebt begrenzt in seiner persönlichen "Matrix", einer Art von Abhängigkeit: Man reagiert auf die gleichen Dinge immer wie vorher und hat Angst, aus dem gewohnten System auszusteigen, und glaubt, dies sei die ganze Wirklichkeit.

Aus der Macht einzelner Menschen, meist einigen überlegenen Führerpersönlichkeiten, entstand immer wieder Krieg, Not und Elend für viele Andere. Aus diesem System von der Macht Einzelner und der Abhängigkeit Vieler konnten sich viele Menschen (noch) nicht selbst befreien, weil sie entweder nicht wussten, wie Selbstbefreiung funktioniert oder weil sie Angst vor den natürlichen Konsequenzen haben.

Ein Mensch mit nur 5 Sinnen sein, heißt tatsächlich beschränkt zu sein. So ist das. Denn wir kommen geistig viel weiter. Aber es kann sehr beglückende Erfahrungen mit sich bringen! Denn die Sinne sind ja nicht schlecht! Man stelle sich vor: Man sieht einen anderen Menschen, fühlt sich angezogen, hört und riecht diesen interessanten Menschen, ist bereit, das Erlebnis von Hand zu Hand und Haut an Haut zu spüren, genießt den offenen Blickkontakt, zeigt offenherzig die auftauchenden Gedanken und Gefühle und erlaubt sich selbst und gegenseitig ein Näherkommen. Ist das Interesse gegenseitig, steht dem Himmel auf Erden nichts mehr im Weg. So kann es sein, wenn beide im Bewusstsein frei und unbeschränkt leben.

Aber viele Menschen sind nicht so natürlich und aufgeschlossen, wie es im himmlischen Paradies "Erde" möglich ist.

Menschen sind "programmiert" von ihrer Umgebung, und zwar meistens sehr begrenzt und beschränkt. Die scheinbar "harmlosen" eigenen (!) Gewohnheiten und Vorstellungen bringen die Begrenzungen ins Leben. Das ist vielen gar nicht bewusst.

Es ist natürlich gut, dass man nur einmal Fahrrad fahren lernen muss, bis sich Körper und Geist daran gewöhnt haben. Man braucht nicht Tag für Tag alles neu lernen und kann sich auf das Gewohnte verlassen. Dazu dienen uns Gewohnheiten.

Andererseits erben und erlernen Menschen von ihren Nicht-Erleuchteten Eltern und Erziehern oder "Freunden" auch Ängste und Sorgen, und zwar vor Feinden, Krieg und Missbrauch einzelner Machtinhaber, aber auch vor harmlosen Mäusen, Spinnen oder anderen Dingen, vor denen man gelernt hat, kreischend auf die Stühle zu springen. Hunger, Klima, Krankheit und auch unbestimmbare Ängsten und Nöten wie Eifersucht, Einsamkeit und Ausstoßung erweitern das große Spektrum der Ängste und Sorgen, mit denen die meisten nicht angemessen umgehen lernen. All dies erscheint das ganz normale Leben auszumachen.

Es ist aber oft nur begrenzende Wahn-Sinn, der von einer Generation zur nächsten übertragen wird. Obwohl wir heute nicht mehr hungern müssen und seit über 60 Jahren keinen Krieg mehr erleben, und obwohl wir bei Not sogar zwangsernährt und vom Staat mit Kleidung, Wohnung und allem Notwendigen versorgt werden, reagieren die meisten Menschen genau so, wie sie es in ihrer Gesellschaft gewohnt sind.

Die Frage ist heute tatsächlich nur diese: WILL MAN DAS ÄNDERN?
Denn es gibt heute viele Lehrer und Vorbilder, die tatsächlich weitgehend frei davon leben.

Das Leben enthält die Option vollkommen freien Bewusst-Seins - für ALLE Menschen.

Man kann sich auch ohne weise Lehrer anhand des Beispiels großer Vorbilder aus der Begrenzung lösen. Wer sich auf Einfachheit, Natürlichkeit und Genügsamkeit ausrichtet, und wie ein Mönch leben will, kann den Himmel auf Erden finden und selbst erlernen und erleben, wie das geht. Manchmal reicht ein gutes Buch, ein kluger, weiser Gedanke, eine einzige Meditationsanleitung - und der Weg liegt offen da. Die Frage ist nur: erkennt man das so? Und: Nutzt man es auch?

Viele Menschen schätzen das allerdings nicht, weil sie im Fernsehen und im realen Leben andere Leute sehen, die mehr kaufen und konsumieren und so tun, als wären sie ganz besonders glücklich damit. Dadurch beginnt die Spirale von Ansporn, Leistung, Erfolg-Misserfolg und Unverständnis, Frust und Opferbewusstsein. Oft kommt es zur Erfahrung: "Das geht nicht für mich!" Der Irrtum liegt darin, dass man sich mit Anderen vergleicht und denkt, die leben das Glück vor. Meist wissen die aber selbst nicht, wie sie wirklich glücklich werden und sehen es spätestens dann ein, wenn sie krank sind oder von Glück, Ruhm oder Erfolg verlassen werden.

Es ist eine Frage des eigenen Anspruchs.

Niemand MUSS mehr als seine 5 Sinne gebrauchen. Denn damit kann man wie oben gesagt sehr wohl vollkommen glücklich werden. Wer allerdings spürt, dass es da größere Dinge gibt, die der Verstand nicht verstehen kann, wird sich vielleicht auf sein ganzes geistiges Bewusstsein einlassen wollen. Wer das tut, der bemerkt, dass es einserseits von Gedanken ausgelöste Emotionen und andererseits so etwas wie ein übersinnlich feines Gespür gibt. Wenn man lernt, wie man das ausgedehnte Bewusstsein des eigenen Geistes nutzen kann, um mehr Erfüllung zu erleben, wird man sich mehr damit beschäftigen.

Ob die Auseinandersetzung mit dem eigenen geistigem Bewusstsein zur Erfüllung führt, hängt allerdings nicht nur vom eigenen Einlassen auf das Höhere Selbst ab, das man ist. Denn die Unterscheidung von "mein" Gefühl und "meine" Gedanken im Vergleich zum "normalen" Bewusstsein der Menschen in dieser Gesellschaft ist eine Gratwanderung. Wenn man etwas spürt, aber nicht sicher unterscheiden gelernt hat, ob man einer Illusion aus Gedanken und Gefühlen aufsitzt oder ob es rein und klar als göttliche Inspiration im eigenen Geist auftaucht - dann lohnt es, sich darüber mit Menschen austauschen zu können, die diese Unterscheidung längst gelernt und gemeistert haben.

Das System in dem du lebst, wird von deiner Bereitschaft geprägt, dich von Gewohnheiten zu lösen und das größere Ganze zu erfahren, das sich deinem Geist erschließt. Es wird von der Bereitschaft getragen, zwischen dem "Om Namah Shivaya" (Herr, Dein Wille möge geschehen) und dem "Ich entscheide mich für meinen Weg weiteren Wachstums" zu unterscheiden und für beides jederzeit die volle Verantwortung zu übernehmen. Und es wird beeinflusst von den Gedanken, Gefühlen und Handlungen der Menschen, die du in deinem Leben teilhaben lässt, von denen du dich beeinflussen lässt oder trennst, und wie du mit den Impulsen umgehen lernst, die von Außen zu dir kommen.

Ich erlebe diese Freiheit und Größe unseres geistigen Vermögens als Mensch, mit allen natürlichen und göttlichen Eigenschaften und Qualitäten, als einen Rausch von Grenzenlosigkeit und Vollkommenheit.

Wie geht es dir damit?

Alles Liebe,
Raho

Dienstag, 10. November 2009

Warum ich das hier schreibe

Warum ich das hier schreibe, mag für manche Ohren verwegen klingen:

"Weil ich auf alle Fragen eine zufriedenstellende Antwort habe."

Zwar ändern sich die Antworten in jedem Augenblick, da ich ein lebendiger Geist bin und alles andere sich ebenfalls ändert. Aber selbst das ist Erfüllung für mich, seitdem ich verstanden habe, dass diese Tatsache nur Ausdruck des Einsseins mit allem in der Welt ist und ich meinen Frieden darin finde.

Es mag also durchaus sein, dass ich zeitweise und vorübergehend nicht jede Antwort auf jede Frage formulieren kann. Es mag sein, dass ich selbst den Rückzug in die Stille brauche, bevor mein Geist in seiner Ausdehnung durch Liebe und in der Einheit mit allem erkennt, wie die Antwort auf eine Frage ist, die sich mir stellt. Aber ich habe die Erfahrung dieses Einsseins berührt und darin erkannt, dass in dieser alles umfassenden und von Liebe durchströmten Einheit mir keine Frage unbeantwortet bleibt.

Nun mag es je nach Tätigkeit und Beschäftigung, die ich mir im Alltag erlaube, durchaus auch vorkommen, dass ich mich von diesem Zustand des Einsseins hin und wieder entfernt habe, weil mir anfangs die Disziplin fehlte oder die Gewohnheit, oder dass ich mich gern von anderen Aspekten des Lebens habe ablenken lassen, wie gutes Essen, interessante Menschen oder spannende Unterhaltung. Das gebe ich gern zu. Oder dass ich einfach nicht lange genug in meiner eigenen Stille verweilt habe, um die Einheit in mir zu erleben. Das kann dazu führen, dass mein Verstand nicht begreift, was ich als Wesen im Geist durchaus erfasse, wenn ich mir die Zeit nehme, wieder ganz bei mir selbst anzukommen. Dann hat mein Verstand ein "Problem", ha ha ha, aber nicht ich! Ich bin nicht mein Denken, nicht mein Fühlen, sondern ich habe Gedanken und Gefühle. Ich bin das Wesen, das diesen Verstand und seine Gefühle und all das andere Drumherum erleben und genießen kann, wenn ich mich darauf einlasse, dieses Wesen zu sein und mich nicht (mehr) wie früher antrainiert damit identifiziere, was ich denke und fühle.

So mag es mein Verstand also manchmal erst nachfolgend schaffen, eine schlüssige Antwort zu formulieren, die ihm genügt und befriedigt. Aber die Quelle der Antwort ist meine Erkenntnis im Geist, in diesem Einssein mit allem. In diesem Einssein in Liebe, wo ich auch mit Gott verbunden bin, mit Jesus wenn ich mich zu ihm wende, mit Buddha, wenn mich sein Geist berührt oder mit jedem anderen Wesen in dieser Welt, sei es in einem Körper lebend oder nur auf geistigen Ebenen erfahrbar.

Gott ist Liebe. Das ist mein Mantra, das ich seit vielen Jahren in mir wiederhole. Man kann es drehen und wenden, wie man will. Gott ist Liebe, ich bin Liebe oder sogar ich bin Gott... Es hat eine ganz eigenwillige, große und starke Kraft. Es ist die Verbindung von mir mit Liebe, von mir in Liebe mit Gott, von Gott und Liebe und mir in Einheit. Wenn man sich immer wieder darauf einlässt, mit diesen Worten "Gott ist Liebe" im Geist zu meditieren, und diese Worte ins Herz nimmt und den Verstand damit flutet, dann kann man auf Dauer gar nicht anders, als die Einheit von sich selbst und Liebe und Gott zu erleben.

Ok. Manchmal braucht man einen Lehrer, einen geistigen Führer, einen, der schon weiter auf diesem Weg der inneren Ausdehnung und Entwicklung durch Ausrichtung auf Liebe voran gegangen ist. Einen Menschen, der nicht mehr so oft und gefährlich stolpert, wie einem das so im Alltag passiert, wenn man mehr mit dem Drumherum und anderen Menschen beschäftigt ist als mit seiner eigenen Liebe. Dann ist es enorm wertvoll, jemanden zu kennen, an den man sich wenden kann, um immer liebevolle Anregung zu finden, damit ich auf meine Art wieder in die Lage komme, alles selbst zu erfahren und selbst zu entdecken. Es gibt ja schon eine ganze Reihe spiritueller Lehrer weltweit, aus ganz verschiedenen Traditionen, die sich auf "Gott ist Liebe" als Wegweiser konzentrieren. Man muss nur den finden, der die eigene Liebe in einer Weise reflektiert, dass man sich ganz tief und vertrauensvoll darauf einlassen kann. Wie schön, wenn dieser spirituelle Meister dann mit den richtigen Antworten oder angemessenen Reaktionen (!) weiter hilft, um mit den eigenen Verrenkungen des Verstandes konfrontiert seinen eigenen Weg da heraus zu finden. Das kann sehr spannend sein, manchmal auch sehr anstrengend und für den Verstand frustrierend...

Aber für den Weg aus dem eigenen Dilemma heraus gibt es eine wesentliche, stets hilfreiche Übung als Grundlage, die jeder selbst machen kann. Du sagst dir einfach: "Ich bin nicht meine Gedanken - die Gedanken laufen automatisch in meinem Verstand ab. Ich bin nicht meine Gefühle - sie laufen in mir ab, wie eine Wetterzone, die auch wieder vorbei geht." Ich bin das Wesen, das all dies beobachtet!

Die Kunst, die man dabei erlernt, ist im Auge des Tornados zu verweilen, inmitten des Sturms im Außen den Rückzug in die innere Stille zu suchen, um sich dann alles aus der inneren Stille heraus anzusehen. Zu betrachten. Zu verweilen. Um zu erkennen.

Auch wenn man es nicht immer sofort verstehen kann, so ist doch die Einheit mit der inneren Stille, geführt und getragen und genährt von der Liebe, die wesentliche und beste Anleitung, die man bekommen und die man sich selbst geben kann. Du kannst dich, wenn du möchtest, immer wieder auf diese wesentliche Kraft in dir ausrichten, die wir Liebe nennen. Ich mache das mit dem Mantra "Gott ist Liebe" und verwandle zeitweise in der stillen Meditation, in der ich diese Worte ständig wiederhole, die Wortfolge zu "Ich bin Liebe". Für mich wirkt das Wunder, immer wieder.

Warum ich das hier schreibe ist ganz einfach zu erklären: Weil ich herausgefunden habe, wie sich für mich und alle anderen, die es ebenfalls konsequent anwenden, eine Bewegung daraus entwickelt hat, die alles im Leben zum Guten hin wendet. Und ich bin dabei nach wie vor der zentrale Punkt in meinem Bewusstsein, selbst wenn ich durch die Ausrichtung auf Liebe weit jenseits meines Egos liebe. Ich bin der Geist, der diesen Körper hat und ihn lebendig bewohnt. Ich bin das Wesen, das einen Gedankenstrom fließen lässt und eingreifen und diesen Strom lenken kann. Ich kann mich auf Liebe ausrichten und herausfinden, wie das wirkt, wenn ich es ständig mache. Meine Ergebnisse sind für mich selbst hin und wieder überwältigend. Oft sind sie nur ganz winzig, still und klein. Aber immer wieder wirkt das so entscheidend, ob ich mein Leben mit Liebe lenke, oder ohne diese Ausrichtung auf Liebe. Es verändert alles, wenn es zeitweise auch nur marginal zu wirken scheint.

Ich schreibe dies alles, weil ich all denen, die keine Worte dafür finden, Worte aus meiner Art zu lieben zur Verfügung stellen will.

Für den einfachen Vorgang, seine geistige Ausrichtung da hin lenken zu können, wo das Leben gleichzeitig auch anders stattfindet, habe ich ein kleines Video erstellt:


Ich wünsche allen, die das hier lesen, die passenden Bücher, spirituellen Lehrer und Meister für sich zu finden, die das in einer Form vermitteln können, was man auf dem eigenen Weg der Ausrichtung auf Liebe, Glück und Erfolg im Leben braucht.

Alles Liebe, Raho